Purpose Driven Marketing: War Oliviero Toscani mit Benetton ein extremer Vorreiter?

Mein gestriger Besuch der Toscani Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich hat mich zum Nachdenken angeregt: Würden die Sujets von damals heute immer noch so kontrovers diskutiert?

Toscani definiert Provokation nicht nur als negativ. Im Gegenteil, aus seiner Sicht rüttelt sie auf und macht manche Dinge erst sichtbar für die breite Öffentlichkeit. Er meinte einst über seine Arbeit für Benetton: „Wer sonst kann Werbegelder dafür einsetzen, auf Missstände unserer Gesellschaft hinzuweisen anstatt nur Produkte zu bewerben.“

Toscani wurde damals wie heute vorgeworfen, dass er das Leid Anderer aus Sensationshascherei ausbeutet. Die Ausstellung hat mir eine andere Sichtweise vermittelt. Oder um es in den Worten der Familie Kirby (jeder wird sich an das AIDS Sujet erinnern) auf den Punkt zu bringen: „Benetton doesn’t use us, we use Benetton“.

Aber zurück zur Ursprungsfrage zum Purpose Driven Marketing und fünf Fragen, die dabei zentral sind:

Für welche Werte steht das Unternehmen? Welche Vision steckt dahinter?


Welche Probleme (sozial, ökonomisch, politisch etc.) gilt es zu lösen?


Wo ist der Bezug zum Produkt oder zur Dienstleistung?


Wo ist die Schnittstelle zu den Kund*innen?


Welche Überzeugungen teilt das Unternehmen?

Gerade der Bezug zum Produkt kann beim Beispiel Benetton damals wie heute wohl trotz allem nur schwer hergestellt werden. Oder was meint ihr?

Ich freue mich darauf, solche Themen künftig im Rahmen meiner neuen Dozententätigkeit für das Executive Modul – Advanced Management Program https://lnkd.in/exJm9tFF an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich mit den Teilnehmenden zu diskutieren.


Quellen: Museum für Gestaltung, Benetton, Oliviero Toscani

 

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